alltag mit frau katz

Schleichkatze

April 24, 2009 · 3 Kommentare

Habt Ihr schon mal eine Katze beim Anpeilen einer möglichen Beute beobachtet? Diesen Spaß hab ich mir gestern im Hinterhof gegeben.

Hauptakteurin 1: Schleichkatze Frau Katz
Hauptakteurin 2: Dämliches Täubchen

Wie schon mehrmals erzählt: Frau Katzens größtes Glück ist der tagtägliche Freigang in den Hinterhof. Und wie Recht mein Mäuschen doch hat: alles ist herrlich grün, das Unkraut wuchert … was will katz mehr? Nun ja … sagen wir mal stadtkatz mehr …

Gestern, als ich von meinem Halbtagsjob nach Hause kam, bestürmte mich mein Katzentier gleich nachdem ich die Wohnungstür geöffnet habe: „Ich will rrraaaaauuuuuus!“ Frisch und munter hakelte sie mir ihre Krallen in die Jeans – denn merke, unwissender Nicht-Katzenbesitzer: Jeans sind das Um und Auf eines kratzunversehrten Beines – und sprang munter auf meinen Rücken, um dort selbiges – nämlich Krallen einhakeln – zu tun. Autsch.

Nun ja, wer sein Kätzchen liebt, muss wohl auch einiges an Schmerzen ertragen. Und ja, werter Nicht-Katzenbesitzer, ich weiß, es gibt auch Jeansjacken. Nur an die habe ich gestern beim verlassen meiner Wohnung nicht gedacht. 

Also schüttelte ich meinen Buckelspringer wieder ab und wir beide gingen in den Hof.

Und da kam’s, das Nonplusultramegasupererlebnis meiner Frau Katz: Ein dümmliches Täubchen hat sich unvorsichtiger Weise mitten im hinterhöfischen Gestrüpp nieder gelassen. Da saß sie nun, die dämliche Taube, gurrte munter vor sich hin und sah vor lauter Gestrüpp die nahende Gefahr nicht. Meine Frau Katz war im 7. Katzenhimmel! Endlich hat sich mal einer dieser dämlichen Vögel in ihrer Reichweite niedergelassen.

Mehr brauchste nicht, meine Frau Katz.

Ich, noch im Wiegelwagel, ob ich meine Katze wirklich auf diese dumme Taube loslassen sollte, schaute gebannt zu, wie sich mein Schmusebär in eine gefährliche Kamikaze-Kampfkatze verwandelte. In Sekundenschnelle duckte sich mein Tier flach auf den Boden. Bauch am Boden. Kein schöner Anblick, nein, aber so ist das beim Jagen – da ist die Schönheit schlichtweg schnuppe!

Also, Bauch am Boden, oder doch nicht ganz: Frau Katz bewegte sich langsam vorwärts, die Ohren in Richtung Dumm-Taube gedreht, die Augen streng darauf fixiert, der Schwanz parallel steif zum Erdboden gespannt und ausgestreckt, rückte die getigerte Gefahr gen Federvieh. Geräusche, die nun mal in einer Stadt vorherrschen, wurden negiert. Gab es nicht. War egal: Taube im Auge, die Welt kann getrost untergehen.

Ruck für Ruck bewegte sich der Katzenkörper langsam in den näheren Umkreis der dummen Taube. Fast zackig, nur der Schnurrbart vibrierte ob der Aufregung leise um Frau Katzens Mäulchen herum. Linkes Vorderbein nach vorn gesetzt – vorsichtig, damit das Täubchen keinen Hinweis bekommt – rechtes Hinterbeinchen nachgeschoben, und weiter: rechtes Vorderbein nach vorn und linkes Hinterbein unter den Katzenbauch nachgezogen.

Ich bekam langsam Panik – und in Situationen wie diese war natürlich auch wieder die Kamera nicht dabei! Aber ok, Panik: Was mach ich, wenn Frau Katz die Taube erwischt?! Wenn sie blutet und mir leid tut? Schimpf ich Frau Katz oder sollte ich sie loben wegen ihrer heldenhaften Jagd?

Schwer in Versuchung meine Frau Katz zu hintergehen und hinter ihr mit meinen Händen so lange herum zu wacheln bis die dumme Taube auf und davon flog, starrte ich gebannt auf das Geschehen vor mir. Doch Gott sei Dank, wie erlösend, kam plötzlich die alte Frau S. mit ihrem Kater Chichi in den Hinterhof. Die Taube hörte die fröhliche Begrüßung der alten Dame in meine Richtung und flugs, war sie weg.

Wenn Katzen stinkesauer schauen können, so hat Frau Katz das in diesem Moment getan! :-)

Kategorien: hinterhofstories

3 Antworten bis hierher ↓

  • Sonnenschein // April 24, 2009 um 7:15 | Antworten

    herrlich, diese Schilderung!!!!!!!!!

  • Ini // April 25, 2009 um 7:44 | Antworten

    wahnsinn Kipet – deine Schilderungen immer… :-)

    aber..

    ich kenn das auch – nur dass bei uns der Jäger Morle ist und der Gejagte ein Mäuschen, Maulwurf oder auch mal ein Spatz.

    stimmt – es ist gut – wenn man als Katzenbesitzer eine derbere Hose hat, sonst hätte ich wohl auch schon einige Kratzer. Auf den Rücken springen meine 2 Damen weniger.

    dafür geh ich früh ins Büro – meine Büromorle kommt hinterher, bin ich unterwegs – wer wartet auf dem Schreibtisch – Morle ;-)
    setz ich mich auf die Couch – mach die Beine lang – wer kommt??? natürlich Morle :-)

    einen schönen Samstag

    liebe Grüße

    Ini

  • kipet // April 26, 2009 um 10:47 | Antworten

    Mein Katzentier springt mir auf den Rücken und liebt es sich dort bequem einzurichten. Und das geht so: dreimal im Kreis gehen, ein bisschen weich treten und dann einkugeln und schnurren.

    Ebenso liebt sie es auf meinem Bauch zu schlafen. Das ist wiederrum fein, weil meine Position ein bisschen bequemer ist! ;-)

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