katzenwatsch’n

oder: wer nicht funktionieren will muss spüren …

nichts ahnend streift frau katz durch die wohnung. „mei, ist des heut aber wieder langweilig!“ sie schnofelt hier, sie schnofelt da, schmeißt sich auf den rücken, maukt leise nach mir und will bauchikrauleinheiten. dann steht sie wieder auf, schnofelt die anderen ecken im wohnzimmer ab, klettert den kletterbaum hoch, inspiziert, ob sich da oben irgendwo eine fliege befindet – nix. „hach, wie fad!“

doch dann kommt leben in die bude. sprich, ich schnappe mir frau katzens staatsfeind nummer eins, den staubsauger, und lärme munter drauf los. frau katz flüchtet sich unters bett.

als ich mit dem lärmding fertig bin und es wieder verräumt habe, kommt frau katz aus ihrem versteck hervor. „hm … heute kommt was, da ist was im busch, oder?“ scheint sie mich zu fragen.

„ja, frau katz, heut bekommen wir besuch, und der freut sich sicherlich nicht, wenn er ständig auf deine katzenstreusteinchen steigt. die sind nämlich auch schon mal ziemlich spitz und alles andere als angenehm auf den menschenpfoten“, sage ich zu frau katz.

ein leises schnaufen – beinahe gottergeben, als hätte sie mich verstanden – schleicht sie von dannen. ich bringe die wohnung weiter auf vordermann. irgendwann registriere ich, dass frau katz hinter mir sitzt und mich beobachtet. genaustens. „mist, diesmal kommt also wirklich wer, weil sie (ich, moi, myself and i) mich so anstrenge mit dem saubermachen“, scheint meine fellnase zu denken.

leichtes unbehagen beschleicht frau katz.

„nein, schatzi, ein kind ist nicht dabei, brauchst also keine angst haben, dass dich jemand jagt“, beruhige ich mein kätzchen und widme mich wieder dem saubermachen.

der abend kommt. das fussballmatch der fussballmatches bei dieser EM-veranstaltung steht vor der tür. meine freundinnen läuten an. erst die eine – frau katz fährt der schreck in die glieder, denn den ton der türklingel mag sie nicht sonderlich leiden. vor allem, weil er FREMDE ankündet. kaum hat frau katz sich mit dem ersten gast abgefunden, läutet schon meine zweite freundin an. „also echt, gleich zwei?!?“ das wird frau katz dann doch zu unheimlich und flüchtet sich fürs erste mal unters bett.

der abend nimmt seinen lauf. die österreicher sind aus der EM raus, unten auf der straße ist der teufel los. wir mädels schimpfen kräftig mit. frau katz mag diesen lärm überhaupt nicht. giftig schaut sie um die ecke und reisst dabei ihre äuglein riesengroß auf.

„erst der lärm, und dann kümmert sie sich auch nimmer um mich! also so eine frechheit. und das nur wegen dieser beiden FREMDEN in meiner wohnung …“, kann ich problemlos aus ihrem empörten gesichtchen erlesen.

„na na na, des geht soooo nicht!“ frau katz geht zum angriff über: sie nimmt anlauf, springt pfauchend auf den couchtisch und tut ihren unmut kund, indem sie mal rasch „einen auf irokesen macht“. eine freundin lacht, die andere kann sich ein schmuzeln nicht verkneifen. „so eine frechheit, die nehmen mich NICHT ernst? na wartet …“, die kätzische empörtheit schraubt sich ins unendliche.

diese schmach kann frau katz nicht auf sich sitzen lassen. wütend wendet sie sich an den verursacher ihrer unbequemlichkeit – meine wenigkeit. sie knurrt mich an, wechselt über zum hinterhältigen schnurren, kommt näher, ich freue mich weil frau katzens laune scheinbar besser wird, strecke meine hand aus um sie zu streicheln …

… und schon hab ich die pfote im gesicht, fast so, als gäbe sie mir eine kätzische watsch’n – so ein falsches luder! 😉 meine freundinnen lachen, ich auch – ganz verdutzt – und schimpfe danach mit frau katz. „so geht das nicht, mein schatz, jetzt kannst du dich fürs erste wieder ins zimmer verziehen.“

stolz hebt frau katz ihr köpfchen. das schwänzchen steil in die höhe gerichtet gibt das kleine teufelchen mir unmissverständlich zu verstehen: „dich brauch ich eh nicht, du kümmerst dich nicht um mich, also geh ich.“ und schon ist sie wieder unter dem bett verschwunden.

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7 Kommentare zu “katzenwatsch’n”

  1. ich sag nur…

    einfach herrlich… 🙂

    einen Besucherhasser hab ich auch… Mama Morle mag keinen Besuch… und verkrümelt sich immer erst mal. wenn er wech ist, dann kommt sie wieder gemächlich vor und tut so, als ob sie geschlafen hat.

    Ini

  2. Also Kipet, nun muß ich Dich schimpfen….

    wie kannst Du es wagen, Besuch einzuladen, dann seid ihr auch noch laut. Unmöglich!

    Und Frau Katz übersiehst Du auch noch….also wirklich so geht das nicht 🙂

    Mal im Ernst, wieder ein toller Beitrag , habe mich köstlich amüsiert.

    LG Tina

  3. @ ini: an und für sich regt sich frau katz nach ein paar minuten bezüglich besucher ab. nur manchmal spinnt sie einfach – wie katzen nun mal sein können – launisch bis zum geht net mehr. 😉

    @ tina: genau, wie kann ich nur?! ich hab einzig und allein für frau katz da zu sein, welcher glückliche mensch mit katze braucht denn noch freunde? 😉

  4. sonnenschein, ich denke, du sprichst meinen ausspruch „welcher glückliche mensch mit katze …“ an? nur zur beruhigung: du siehst nach diesem ausspruch einen augenzwinkernden smiley, der diesen satz als schmäh outet. 😉

  5. frau katz hatte schon recht! wie konntest du auch bloss besuch einladen und dann katz ignorieren … tztztz

    das erinnert mich an eine gschichte mit unserem allerersten katzentier, ein kater namens kater – wir konnten uns einfach auf keinen namen einigen, ergo hieß er sein leben lang kater.

    kater haßte meine schwiema und schwiema haßte kater. schwiema kam selbst im hochsommer nur mit dicken jeans zu uns, da sich kater grundsätzlich mit ausgefahrenen krallen und weit aufgerissenen zum zubeissen bereiten mündchen auf ihre beine stüzte. er wollte doch nur sein damals 2-jähriges baby-frauchen vor der bösen schwiema beschützen.

    wo katz ist, da gibt es auch katzenhaare … üüüüüberall. ein spitzer dorn im aug von schwiema. an einem sonntagnachmittag waren schwiema, schwiepa plus zwei tanten zum kaffee eingeladen. ich putze wie irre, damit ja kein katerhaar auf dem couchtisch und schon gar keines auf dem kaffeeservice zu finden war.

    als dank erntete ich bloss ein seltsames gschau von schwiema und die nette bemerkung mit entsprechendem unterton „da sind ja gar keine katzenhaare auf dem teller“ …

    kater beobachtete mit aufgestellten haaren und leise vor sich dahin knurrend die szene. als sich alle gesetzt hatten und schwiema sich gerade die milch in ihren kaffee goß – sie hatte wie immer ihre dicken jeans an und saß mit leicht gespreitzen beine beim couchtisch – sahen alle voller entsetzen im zeitlupentempo katers kopf zwischen ihren beinen auftauchen. langsam, langsamer ging’s gar nicht, stellte kater seine vorderpfoten auf den couchtisch und begann, aus schwiemas kaffeehäferl zu schlürfen.

    ein bild für götter, wie katers zunge immer wieder in schwiemas kaffee eintauchte. momentan dachte ich, ich versinke tief im keller, bis alle außer schwiema zu lachen begannen. schwiema ist etwas hysterisch aufgesprungen, kassierte einige kater-kratzer auf ihren wadln und blieb dann den ganzen nachmittag in sicherer entfernung zum kater im zimmer stehen.

    herr und frau katz wissen halt ganz genau, wann man sich wie passend zu verhalten hat *ggggggg*

  6. genau, katzen haben ein ganz feines gespür für menschen. und böse schwiemas erkennen sie beim ersten schnofeln.

    hast du herrlich geschildert, katzenbuch, danke! 😉

    PS: bin froh, dass ich KEINE schwiema habe! *gg*

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