Kampfkatze

Ein neues Begrüßungsritual?

Neun Stunden Arbeit später komme ich heute in Erwartung einer niedlichen kätzischen Begrüßung frohgemut nach Hause. Da Frau Katz heute so lang – und ungewohnter weise – allein zu Hause war, will ich meinem Felltiger etwas Gutes tun und kaufe ihr einen feschen Thunfisch zum Abendbrot.

Ich erklimme die zwei Stockwerke, stecke den Schlüssel ins Schloss, sperre auf und erwarte ein fröhliches Gemauke samt freudiger „ich-will-Bauchikraulen“-Pose meiner Frau Katz.

Doch: nix da. Kein Gemauke, kein Bauchirkaulen fordern.

Ich rufe mein Kätzchen … keine Antwort.

Ich stelle den Einkauf in den Kühlschrank und begebe mich auf Katzensuche.

Die bevorzugten Verstecke werden eines nach dem anderen inspiziert, doch nirgendwo kann ich meinen Fellmops finden. Ich werde unruhig – wo steckt Frau Katz? Mein Rufen wird langsam panisch. „Wo bist du denn mein Schatzi?“

Kein Locken, kein Rufen bringt den erhofften Erfolg: Frau Katz bleibt unauffindbar.

Hab ich vielleicht ein Fensterchen in den Gang offen stehen lassen bevor ich das Haus heute Morgen verlassen habe? Nein, sicherlich nicht. Ist ja alles zu!

Ich rufe weiter, suche weiter, man kann sich gar nicht vorstellen WIE GROSS eine 57 Quadratmeter kleine Wohnung plötzlich werden kann. Als ich Frau Katz auch nicht unter ihrem Topversteck Nummero 1 – Fluchtziel „unterm Bett“ – entdecken kann, wird’s mir mulmig.

Ich schau überall drunter, drauf und drin nach. Keine Frau Katz.

Ich laufe vom Schlafzimmer übers Wohnzimmer und Vorzimmer in die Küche, scheppere mit Dosen und Schüsselchen, nichts zu sehen von meinem Kätzchen. Wieder laufe ich rufend zurück ins Schlafzimmer. Und da kommt’s:

Ein dicker, fetter Plumpser auf meinen Buckel. 5 bekrallte Kilo haken sich in meinen Rücken. AUTSCH! Dieser Schmerz ist sehr intensiv.

Frau Katz saß doch tatsächlich auf ihrem Juchhee – dem Catwalk – und hat sich dort oben freudig ins Katzenfäustchen gelacht, weil Frauchen so dumm war und nicht auf die Idee gekommen ist, dass Frau Katz irgendwo OBEN sitzen könnte …

Zwei Erkenntnisse bringt mir dieses neue Begrüßungssritual:

1. Mach dich einfach damit vertraut, dass sich kätzische Frechdachse immer etwas Neues einfallen lassen!

2. Es tut gut, wenn der Schmerz nachlässt! 🙂

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7 Kommentare zu “Kampfkatze”

  1. also dieser kleine fellmops ist ja wirklich nicht mit normalen mass stäben zu messen!
    lustig und erheiternd, wie du das so schilderst!
    kann mir dich auf katzensuche gut vorstellen…

  2. oje…
    hoffentlich ist es nicht zu schlimm- denn solche Katzenkrallen haben es oft in sich – kenn ich leider auch zu gut. 😦

    eine Katze ist ein Gewohnheitstier.
    Wenn man ihren Tagesablauf durcheinander bringt kann es zu unerwarteten/abweichenen Reaktionen kommen.
    warscheinlich hat sie dich den ganzen Tag gesucht und ist dann so weit nach oben geflüchtet und sie dich entweder von oben beobachtet hat – so auf die Art „geht mein Frauchen jetzt gleich wieder?“ oder erst garnicht mitgeschnitten hat, dass du gekommen bist.
    nimm es ihr nicht krum – sie muss sich erst an die neue Situation gewöhnen.

    liebe Grüße

    Ini

  3. hach, dein Schreibstil ist einfach genial-einzigartig.
    Danke, hast mich grad erfolgreich aus nem Singleblues befreit.
    wollte Dich schon längst angemailt haben, aber das system hat damals deine emailaddy mitverschluckt <:(

  4. @Sonnenschein: Ja, mein Fellmops hat’s faustdick hinter den Ohren und treibt mich schon mal an den Rand des Wahnsinns! 🙂

    @Tina: Ich denke auch, dass Frau Katz sauer war, weil ich so lang außer Haus war. Aber sie war ja auch früher schon tagsüber allein zu Hause, daher dachte ich, es wäre kein Problem für sie es nun wieder zu sein … So kann man sich täuschen! 😉

    @Ini: Ehrlich, bei diesem Sprung auf meinen Buckel dachte ich mir: jetzt schneid ich sie ab, diese Möderkrallen! 😉 Was ich natürlich niemals machen würde, denn das ist Katzenquälerei und sie braucht ja ihre Krallen.

    Ich unterstelle meinem Stubentiger bei ihrer Sprungattacke allerdings eine kleine Portion Frechheit gut gemischt mit einer gewaltigen Portion Wut. Ihr war einfach danach mich zu foppen und mir am Ende auf den Rücken zu springen, weil ich den ganzen Tag über (nicht wie sonst) unauffindbar war! 😉

    Übrigens: meinem Rücken geht’s überraschend gut. War wahrscheinlich mehr Schreck dabei – von meiner Seite … 😉

    @Lady M: Wow, vielen Dank für das große Lob! Freut mich, wenn ich Dich mit Frau Katzens Streichen unterhalten kann, sodass Du Deinen Single-Blues ein bisschen vergessen kannst! Ich melde mich später per Mail bei Dir, ok?

    LG Kipet

  5. Im Allgemeinen überwiegt beim Catwalk der Spaß- gegenüber dem Schmerzfaktor. Oft sitzt Frau Katz auf einem Treppchen zum Catwalk, ich davor am Boden und schmeiß ihr die Rassel-Bällchen in die Luft. Ehrlich, besser als Bumbum-Becker macht sie das, wenn Kätzchen versucht das Bällchen mit der Pfote in der Luft zu erwischen und quer durch das Zimmer zu schießen … Katzentennis nenn ich das! 🙂

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