Sauer

Frau Katz ist sauer. Und das zeigt sie mir auf ihre typisch kätzische Art!

Mein (schon mehrmals angesprochener) Marketenderinnenjob an einem Wiener Christkindlmarkt macht zwar riesig Spaß, ist aber – im kätzischen Sinn – ziemlich zeitintensiv. 

Letzteres kriegt vor allem Frau Katz zu spüren:

Frauchen arbeitet entweder 10 Stunden am Stück, oder aber, und so ist es meistens, 5 Stunden im Schichtdienst. Wie’s auch kommt, Frauchen ist schlichtweg nicht zu Hause um ihre Katzendienste zu erfüllen! Frechheit aber auch!

 Was sind denn Frauchens Pflichten – aus kätzischer Sicht?

1. Futter geben – wann immer katz es für richtig empfindet.
2. Streicheleinheiten – immer. Schlichtweg immer! Ohne Unterbrechung, bitteschön!
3. Spieleinheiten – zwischendurch schon mal ganz fesch, diese Spieleinheiten. Aber ja nicht unter einer Stunde!
4. Katzenklo hat sauber zu sein! So ein 10 Stunden altes Katzenklo ist nicht ganz nach Frau Katzens Geschmack.
5. Freigänge – ganz wichtig. Wehe es vergeht mal ein Tag ohne Freigang in den Hausflur! Da zeigt Frau Katz ihr tierisches Erbe und wird zum wilden, missmutigen Tiger! 

Handle ich einem dieser MUST-Punkte zuwider, kann Frau Katz das noch verkraften. Streiche ich aber mehr als einen von der Liste, wird’s drastisch – will sagen: Frau Katz wird ungemütlich.

Heute Morgen muss sie mir jedenfalls wieder einmal ihren Unmut kundtun. Ich lese – nach selbstredend zuerst geschehener Katzenversorgung, inklusive dem Öffnen meines Küchenfensters in den kätzischen Freilauf – fröhlich beim Frühstück einen spannenden Thriller vor mich hin, als ich ein leises „meek“ höre. Ich trenne mich von meiner Lektüre und scanne oberflächlich die Küche nach „gefährlicher Katze“.

Nada. Keine Frau Katz in Sicht. Ich wende mich wieder „Frühstück plus Thriller“ zu.

„Meeeek!“ Jetzt ist’s schon ein bisschen bedrohlicher. Ich blicke diesmal nicht nur um mich rum, sondern auch – wie ich es schon vorher hätte machen sollen – unterm Sessel. Natürlich: da sitzt sie, meine Frau Katz, mit wild peitschendem Schwanz. 

„Hei, wennst schon da bist, kannst Dich ja auch um mich kümmern und musst nicht dieses blöde Buch lesen“, schaut sie mich anklagend an. Seufzend gebe ich dem stummen Katzenbefehl nach und lege schweren Herzens meinen Thriller auf die Seite. Binnen Sekunden springt Frau Katz in ihr bevorzugtes Streichelkörbchen in der Küche und schnurrt erwartungsvoll vor sich hin.

Ist ja wirklich prima, wie sie mich abgerichtet hat! *augenverdreh*

Ich drehe mich zu Frau Katz und beginne mit den Streicheleinheiten. Mein Frühstück kann ich getrost vergessen, einem kätzisch-hoheitlichen Befehl hat Frauchen schlichtweg zu folgen.

Kopferl kraulen — *schnurr*.
Hals kraulen — *schnurrschnurr*.
Bauchi kraulen — * schnurrrrrrrrrrschnurrrrrrrrrrrrr*.
Fell bürsten — *schnurrundhalsrecken*.
Kopferl kraulen …

*schnurr*? Denkste, lieber Leser. Nichts da mit *schnurr*. Die Kralle wird ausgefahren, ein Knurren, das jeden Hund vor Neid erblassen lassen würde, ertönt und schon bin ich vom kätzischen Unmut gezeichnet: Ein schöner, feiner Kratzer ziert meinen rechten Handrücken.

Man sollte ja meinen, dass das Streichelkörbchen klein genug ist um mich vor solchen Attacken zu bewahren. Frau Katz zwängt sich nämlich richtiggehend in diese Box hinein!

Aber: Die Katzenattacke geht noch weiter! Meine Hand wird geschnappt, zwischen den Vorderbeinchen eingezwängt, ihre Beißerchen schlagen sich (leicht) in meine Finger und mit den Hinterbeinchen stößt und kratzt sie gegen meine Unterhand.

„Schatzi“, tröte ich, „was soll das?“

Doch „Schatzi“ stellt auf stur und kämpft munter mit meiner Hand weiter, so lange, bis ich das kätzische Kampfopfer „Hand“ aus dem Getümmel bringen kann. „Na dann eben nicht“, schiebe ich das Kuschelkörbchen samt entrüsteter Katzendame darin von mir und wende mich wieder meinem Thriller zu.

Ein wütendes „meek“ ertönt, ein Plumps folgt und schon wird Frau Katz zur Staubwolke. 

Na ja, Frauchen muss sich auch mal wehren, oder? 🙂

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6 Kommentare zu “Sauer”

  1. oje…

    da weiß man nicht, wen man zuerst bedauern soll/kann.

    die beleidigte Mietzetatze oder das arme kranke Frauchen.
    Hoffentlich tuts nicht so weh, Kipet!

    auf jeden Fall wünsche ich euch einen traumhaften 3. Advent, mit einem Bild vom halleschen Weihnachtsmarkt.

    liebe Grüße

    Ini

  2. Alles halb so schlimm, Ini! Kratzer auf der Hand gehören zum Leben mit einer Katze einfach dazu. Und irgendwann tut’s auch nimmer weh.

    Übrigens ist der hellesche Weihnachtsmarkt ja was ganz Großes! Wow, mit Riesenrad und so. Das schaut bei uns ein wenig beschaulicher aus: Bude neben Bude, dazwischen Punschbude, ein großer Christbaum (ab und an, nicht überall), evetuell eine Showbühne, wo Gospelchöre und ähnlich gelagerte Sangesmeister ihre Stimmen erschallen lassen, ein paar Frittenbuden (oder Würstlstandln, wie wir sagen), und eventuell ein kleines Ringelspiel für Kinder. Vielleicht mach ich da noch ein paar Fotos von meinem Markt, damit Ihr einen Eindruck kriegt.

    Und danke, auch Dir einen schönen 3. Advent!
    Frau Katz und Kipet

  3. ohje, da ist aber jemand richtig sauer gewesen ;-(
    gehts den mittlerweile wieder mit Fr. Katz? Und was macht deine Hand?
    Der Moritz ist ja auch so drauf, aber er denkt immer, dass meine Hand eine seiner Doofenten gehört und fällt sie regelmäßig an und bekämpft sie 😉

  4. Na ja, Frau Katz ist noch immer sauer, weil ich schon wieder auf dem vermaledeiten Laptop rumtippe ohne Ende. Aber meiner Hand geht’s schon wieder gut, danke der Nachfrage! 🙂

  5. klingt ganz nach einer gehörigen portion kätzischer frechheit! frau katz hat dich ganz schön in der mangel, kipet. wer ist da wohl der „herr“ im haus?

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