Katzenlud’riger Katzenstaubsauger

Katzen sind manchmal ein bisschen … seltsam …

spielen

OK, meine Wohnung strahlt nicht gerade picobello. Aber „dreckig“ ist’s auch wieder nicht. Jedenfalls nicht so dreckig, als dass Frau Katzens Aktion, die ich nun versuche zu schildern, notwendig gewesen wäre.

Heute, als ich brav meinem Tagewerk nachgehen und die Wohnung verlassen wollte, spielte Frau Katz wieder mal das „ich-bin-so-einsam-und-verlassen“-Katzenmädchen. Man könnte ja beinahe wirklich Mitleid bekommen. Meine Frau Mama gebraucht in Situationen wie diese ganz gern das Wort „Katzenluder“.

Sie kann das wirklich gut, dieses Mitleidschinden. Da roll sie sich am Boden vor der Eingangstüre hin und her und fordert „Bauchikrauleinheiten“ ein. Oder aber sie springt mich im vollen Gallopp von hinten an und bleibt demonstrativ auf meinem Rücken liegen. Nichts und niemand kann sie da von mir runter kriegen.

Heute haben wir aber ein anderes „lass-mich-nicht-allein“-Spielchen entdeckt: Frau Katz spielte Staubsauger. Anfänglich dachte ich mir nur: „Was schnoferlt sie denn da wieder rum?“ Aktionen setzen fand ich noch nicht notwendig. Nachdem sie aber mit dem „Rumschnoferln“ nicht aufhörte, war ich beinahe schon ein bisschen beleidigt: „Also echt, Frau Katz, soooo dreckig haben wir’s hier auch nicht, als dass du nun alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aufschlecken musst!“

Aber mein Katzentier hatte eine andere Vorstellung der Vormittagsgestaltung. Sie schnoferlte fleißig weiter. Ab und an kam die Zuge dazu, ein Schlecken und Lecken. Dazwischen blinzelte sie mir immer wieder zu, ob ich auch ja beobachte, was sie da tat.

Und dann kam das Verhängnis in der Form eines Fadenstückchens. Wieso der Faden da rum lag, weiß ich nicht. Aber Katzen haben die Angewohnheit ALLES von ÜBERALL hervor zu ziehen. Ist so. Damit muss man als Katzennarr leben.

Jenes Stückchen Faden verlockte Frau Katz also ganz besonders. Es musste beschnofelt, bezungelt und bespielt werden. Nachdem diese drei Sinneseindrücke verarbeitet waren (oder langweilig wurden), ging Frau Katz zu einer neuen Idee über. Überflüssig zu sagen, diese Idee war schlichtweg blöd: Frau Katz FRASS das Schnürderl!

Zu spät registrierte sie, dass das Schnürderl nicht angenehm am Gaumen war. Es klebte da fest. Der Katzenblick wurde panisch, die Zunge schlängelte im Mäulchen hin und her. Frauchen wurde panisch: „Dummsi, du!“ Kein Locken, keine Hilfeversprechungen, nichts konnte Frau Katz dazu überreden zu mir zu kommen.

Stur verkroch sie sich unter dem Bett und wackelte mit ihrer Zunge verzweifelt im Mäulchen auf Schnürdlfang herum. Nichts half, der Faden fühlte sich auf Frau Katzens Gaumen pudelwohl. 

Um Frau Katzens Panik noch um einige Parameter zu steigern, holte ich sie unter dem Bett hervor. Wir machten kurzen Prozess: Mit der gleichen Hand, mit der ich Frau Katz unterm Arm festgeklemmt hielt, öffnete ich ihr Mäulchen, und holte mit der anderen Hand den Faden heraus. 

Natürlich ging die „Not-OP“ nicht ohne Kratzen und Fauchen ab – aber Frauchen war erfolgreich und das undankbare „Katzenluder“ verschwand schimpfend wieder unterm Bett …

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14 Kommentare zu „Katzenlud’riger Katzenstaubsauger“

  1. hallo Kipet,

    das hast du wieder super süüüüß geschrieben. Es macht Spaß deine Geschichten zu lesen.

    weil ich immer wieder davon faziniert bin, hab ich dich auf unserem Portal verlinkt, ich hoffe du bist nicht böse drüber.

    dafür haben wir wieder ein SorgenKätzchen. Maxi hat Gelenkathrose in einem Beinchen. Und nun – wie bekommt man am besten eine Tablette in das Mäulchen? ich weiß – gute Frage – nächste Frage 😉

    liebe Grüße und schönen Tag

    Ini

  2. Hallo Ini,

    danke fürs Lob! Aber Frau Katz macht es einem wirklich manchmal leicht Geschichten zu erzählen. Sie ist ein kätzischer Mega-Fundus an Katzenstorys! 😉

    Und danke, dass Du mich auf Deinem Portal verlinkt hast – ich freue mich darüber sehr! *strahl*

    Und – moiki – armes Mauserl, dein Maxerl! Ich versteck Tabletten immer in Goodies. Nur so kann ich meine Frau Katz überlisten eine Tablette zu schlucken. Wenn die Tablette ein bisschen zu groß ist, schneide ich sie in 4 Stückchen und versteck die Teilchen kleinweise in den Goodies. So Katzenleckerli-Stangen sind da der absolute Renner. Aber ich kenn das Problem und ich leide mit Dir. Armes Würmchen! Halt mich bitte am Laufenden!

    Alles Liebe und viele Streicheleinheiten ans Maxerl, Frau Katz & Kipet

  3. bittefein Kipet – hab ich gern gemacht!

    mit Tabletten für Maxi ist es nicht einfach, da sie ein ziemlicher Mäkelfritze ist. Was ihr heute schmeckt, rührt sie morgen nicht mehr an.

    sonst trinkt sie gern verdünnte Milch – heut wollte sie kaum ran.

    klar halte ich dich auf dem Laufenden!

    liebe Grüße

    Ini

  4. Liebe Ini,

    Dein armes Katzerl, schlimm, dass es solche Krankheiten auch bei unseren Stubentigern gibt. Maxi muss sich in ihrer Bewegungsfreiheit zeimlich eingeengt vorkommen. Oder ist es (Gott sei Dank) noch nicht SOOOO schlimm?

    Wünsch Dir virl Kraft fürs Tablettengeben! 😉 Meine kleine Dame hatte in Babyzeiten auch ne Menge Pillen zu schlucken. Das dürfte ihr nicht gefallen haben, denn nun reißt sie sich gesundheitlich gesehen „zusammen“ … 😉

    Alles Liebe, Kipet

  5. hallo Kipet,

    wie schlimm es ist – weiß ich nicht. Denn ich saß draußen mit Morle – die wir gleich zur Impfung mitgenommen haben. Morle ist nämlich unser Angsthäschen 😉

    liebe Grüße

    Ini

  6. Meine Frau Katz ist TA-Profi. Leider. Wegen unserer vielen Besuche in Babyzeiten. Unwohl fühlt sie sich sicher, aber Angst hat sie keine. Die jährliche Routineinjektion ist ein Klacks. Nur eben das Pillenschlucken ist schlimm.

    Wegen Maxi: hast Du den TA nicht gefragt wie schlimm es ist? Wie hast Du übrigens gemerkt, dass da was mit Maxi nicht stimmt? Wäre sicherlich etwas, was die Leser auch interessieren würde … Wenn Du willst, schreib was drüber und ich veröffentliche es dann als „Gastkommentar“.

    LG Kipet

  7. hallo Kipet,

    gerne beantworte ich dir deine Fragen.

    Morle hat vor jedem Fremden Angst und verdünnisiert sich. um so schlimmer ist es, wenn sie zum TA muss.

    zu Maxi:

    Maxi – sie trat mit einem Mal sehr vorsichtig auf, sprang in Zeitlupe vom Stuhl oder von der Couch runter, hinkte etwas und mauzte irgendwie komisch.

    so mauzen tut sie sonst nur, wenn sie jemanden sucht. bzw. als damals ihr Bruder für immer gehen musste.

    Zuerst dachten wir, weil beide Katzen Freigänger sind, Maxi hätte sich vielleicht was eingetreten.

    Gefragt habe ich den TA nicht, weil ich mit Morle schon im Auto saß, damit sie sich beruhigt.

    Morle hat gezittert, wie Espenlaub und bekam immer wieder wenn jemand am Auto vorbei ging ängstliche Augen, zitterte noch extremer, mauzte mich an und stieß ihren Kopp an meine Hand, die ich vorher durchs Gitter gezängt hatte.

    ich musste mich entscheiden, geh ich mit meiner Fam. zum TA nochmal mit rein, oder schnapp ich mir Morle und beruhige sie. Da der Mensch (meine Tochter) bei Maxi war, auf den sie total geeicht ist, hab ich mich dann für das Angstkätzchen Morle entschieden.

    liebe Grüße

    Ini

  8. Danke, Ini, für die Story. Ich hätte in diesem Fall auch so gehandelt wie Du, weil ja Deine Tochter eh mit Maxi beim TA drin war. Armes Morle, wenn „katz“ so viel Angst vor allem Fremden hat, ist das schlimm. Meine verkriecht sich ja auch sehr gern wenn Fremde die Wohnung betreten, nur siegt meist ihre Neugier …

    Ich wünsch Deiner Maxi schnelle Besserung, und wenn’s nur durm geht, weniger Schmerzen zu haben. Und Deinem Morle wünsch ich eine Ladung Chutzpe! 😉

    An beide Haustiger geht eine gehörige Portion Streicheleinheiten wegs Tapferkeit! 🙂

    Alles Liebe, Frau Katz & Kipet

  9. hallo Kipet,

    ja – Morle ist sowas von ängstlich – aber das bekommt man bei ihren 15 Jahren nicht mehr raus.
    Selbst eine Freundin unserer Tochter – ganz schnell zum Fenster – mauz, mauz mauz und wech ist sie.

    da ist Maxi anders.
    sie kann nicht genug Streicheleinheiten bekommen.

    Ich hab es vorhin geschafft, Maxi mit einem Stückchen Gullasch zu verschaukeln. nun schläft sie tief und fest auf einem Bürostuhl.

    liebe Grüße

    Ini

  10. hab gerade ein bisschen urlaub gemacht und komm erst jetzt dazu „aufzuholen“.

    schon beim lesen leide ich mit dir und deinen kätzchens, liebe ini.
    kann mir gut vorstellen, wie es in deinem herzen aussieht.
    ich wünsch dir und deinen rabauken das allerbeste.

  11. vielen lieben Dank Sonnenschein.

    Maxi schläft wieder nach der Tablette tief und fest.
    mal schauen, was wird, wenn sie morgen keine bekommt. denn die Tabletten sind erst mal alle..

    ich halt euch weiter auf dem laufenden!

    liebe Grüße und schönen Sonntag

    Ini

  12. Und Ini, hab nun ein bisserl lang nix von mir hören lassen – aber wie geht’s denn Deinem Katzenschatz? Frisst Maxi brav ihre Tabletten? Oder weigert sie sich strikt zu tun was der Katzendoktor geraten hat?

    LG Kipet

  13. hallo Kipet,

    Tabletten hat Maxi fein mit Leberwurst gereicht bekommen und hat sich dann nicht mehr geweigert!

    ansonsten scheint es zu gehn, sie humpelt nicht – aber sie steigt immer noch Langsam von ihren Schlafplätzen runter.

    ich beobachte das noch 1-2 Tage… dann seh ich weiter

    liebe Grüße

    Ini

  14. Das mit der Leberwurst ist ein guter Trick. Werde ich mir merken! Mmmm … beobachtest es noch 1-2 Tage … geht’s der Maxi so schlimm? Schmerzen muss sie ja wirklich keine haben …

    *Seufz* also mir graut vor dem Tag, an dem ich eine Entscheidung in diese Richtung treffen muss!

    In Gedanken bin ich bei Dir, Ini!

    Alles Liebe, Kipet

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