Wenn Katzen beinahe platzen

Frau Katz, das mit Deiner Bikinifigur wird soooo wohl nix werden!

Heute habe ich meinem Katzentier ein Hühnchen gekocht. Eines mit Knochen und allem drum und dran. Das rohe Chickie tu ich ins Wasser, geb ein ganz wunziges bisserl Salz dazu und lasse es zirka eine halbe Stunde kochen. Für Menschen absolut ungenießbar, für Frau Katz der lukullische Traum. Dazu gibt’s mal Reis, mal Mais oder auch Nudeln.

Jedenfalls hat Frau Katz den Nachmittag selbstredend am Arbeitszimmerstuhl verpennt. Gnadenlos. Wieso ich das weiß, wo ich nicht zu Hause war? Kein Anzeichen exkrementischer Aktivitäten im Katzenklo. (Ich schreib das Katzenklo immer mit „N“, lieber, werter, hochverehrter Herr Helge!) Und: ein vollkommen verschlafenes Katzeng’schau als Willkommensgruß als ich heute nach Hause kam.

Da ich ja stets drauf achte, dass Frau Katz nur das Beste vom Allerbesten zu fressen kriegt, war ich heute beim Türken und hab dort eine halbe Hühnchenbrust erstanden. Frisch, knackig, türkisch. Das beste Hühnchenteil auf Erden für meinen Stubentiger.

Als ich jedoch heute so die Tür öffnete und dieses verschlafene Katzengesichts ansichtig wurde, dachte ich mir schon: „Hat sie das wirklich verdient?“ Klar, hat sie das! Katze war allein, Katze braucht ein Trösterchen. Katze bekommen Hühnchen. So einfach geht die Rechnung.

Selbstredend wartete Frau Katz stur vor dem kochenden Kochtopf in dem das Hühnchenteil vor sich hinblubberte. Ab und an zuckte sehr unwirsch der geringelte Katzenschweif: „Wo bleibt mein Pappiessen? Ist es noch immer nicht fertig? Das dauert aber heut wirklich lang …“ Der Blick aus ihren grünen Augen wurde immer aggressiver. Fast hätte man von der 20-cm-Kamikazekatze Angst bekommen können!

Das Hühnchen war fertig. Beim Zerteilen des gekochten Federviehs ohne Federn und mit nicht grad viel Geschmack auf den Rippen saß Frau Katz selbstredend Nase an Schneidbrett. Sie ließ ihr Pappiessen keine Sekunde aus den Augen. Ich hätt ihr ja vielleicht was klauen können! Oder so …

Schon schlüpfte das rechte Vorderpfoterl in Richtung Fleisch. „Neeeeeiiiin, Schatzi, jetzt musst Du noch warten. Das Henderl ist noch viel zu heiß! Pfote weg!“ Ja, es hat geholfen, dieser Spruch. Frau Katz kennt ihn schon. Und sie weiß, wenn sie es weiter probiert …. und da, schon wieder eine Pfote in Richtung Schneidbrett! Also echt, Frau Katz, heute waren wir wirklich ausgesprochen gierig. Hungrig? Wohl kaum, hat sie doch über den Tag eine ganze Packung Lilia-Katzenfutter-in-Frischhaltebeutel gefressen. Die Bio-Variante. Frau Katz isst ja bewusst Bio. Sonst schmeckt der verwöhnten Göre an Fertigfutter momentan ja nichts! 

Dem Pfoterl verpasste ich einen leichten Schubser, Frau Katz setzte sich daraufhin beleidigt wie eine Grand Dame hin, den Schwanz elegant um ihre Hinterläufe drapiert. Sehr fesch, meine Katzendame, wenn sie will! 

Nun, irgendwann war das Hühnchen zerteilt und ausgekühlt. Danach legte ich ihr die Stückchen auf ihren Katzenteller. Grad, dass sie meine Hand nicht auch verschlungen hat, der kleine Gieral! So schnell konnte ich gar nicht schauen, war der Teller ratzeputz leer geleckt. Wenn man meiner Frau Katz bei ihrer Raubtierfütterung heute zugesehen hätte, hätte man glauben müssen, sie wäre am verhungern! Den Rest des Schützenfestes hab ich selbstverständlich in eine Dose für morgen gepackt.

Danach ward’s Baucherl sehr, sehr rund und sehr, sehr fest. Das Hühnchen schien Frau Katz beinahe aus den Augen zu quellen. „Buäääh“, so sah zumindest ihr Gesichterl drein. Keine drei Schritte vom Küchentisch entfernt flötze sich mein Katzentier flach auf den Boden, wälze sich einmal halblängsachsig und landete mit allen Vieren in der Luft am Rücken. Diese Position behielt Frau Katz für die nächste halbe Stunde bei. Zu nahe kommen durfte ich ihr nicht. Bauchi streicheln? Ja nicht! Also ließ ich den kleinen Fresssack ein Weilchen in Ruhe.

So schauen also Katzen aus, wenn sie kurz vorm Platzen sind! Jaja, Frau Katz, so wird’s wohl nix mit der Bikinifigur im Sommer! 😉

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6 Kommentare zu “Wenn Katzen beinahe platzen”

  1. wie musst ich lachen , beim Lesen!
    Bildlich steigt vor meinem geistigen Auge die Situation, die Du da so trefflich schilderst!

  2. ja ja… das kenn ich auch…

    ich schnipple Fleisch und dann kommt in der Regel eine schwarz/weiße Pfote hoch, während mich ein schwarzes Katzentierchen anquakt – richtig mauen tut ja Maxi nicht.

    toll geschrieben! Mach weiter so

    liebe Grüße

    Ini

  3. Komisch, nicht wahr? Mauken tun Katzen wirklich nicht immer, stimmt. Quaken kommt da schon hin, oder meckern. *meck*, so macht meine Frau Katz ganz gern …

    Ini, wenn ich fragen darf: wie geht’s denn Deinem Mäxchen?

    Alles Liebe, Kipet

  4. hallo Kipet,

    ja – wir überlegen schon immer – was das für einen Ton darstellt – wir sind zur Überzeugung gekommen – es hört sich wie quaken an.

    lieb – dass du nach Maxi fragst

    Maxi scheint es recht gut zu gehen…
    aber
    ich trau den Frieden nicht so ganz.

    Irgendwie steigt sie immer noch behutsam von ihren Schlafplätzen runter und quakt uns aus unverständigen Gründen pausenlos an.
    Humpeln tut sie aber nicht mehr

    liebe Grüße

    Ini

  5. Nein, nein, Ini, immer positiv denken! Maxi wird’s schon packen! Alle Daumen im Hause Kipet sind gedrückt, auch die kätzischen! 😉

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