Rrrrrrrramiauuuuuuuuus!

Sie will raus!

Nun steht sie da. Direkt vor der Wohnungstüre. Trippelt von einem Hinterpfötchen aufs andere. Der Schwanz zuckt in wildem Ärger hin und her. Dazu gibt’s wenig entspannte und entspannende MIAU-Töne.

Katze vor der Tür.
Katze trippelt mit ihren Hinterbeinchen hin und her.
Katze miaut herzzerreißend.

Frauchen braucht für dieses Gehabe keinen Dolmetscher. Frau Katz will raus! Raus auf den Gang – oder noch besser: raus ins Freie. In ihren Hinterhof.

Also checke ich die Lage: ich flutsche zur Tür hinaus, und versuche die meist sehr erfolgreichen Fluchtvorhaben meiner Frau Katz zu vereiteln. Das klappt aber nur, indem ich mich runterbücke, mit der einen Hand die Türschnalle betätige und mit der Anderen wedelnder Weise Frau Katzens Flucht zu vereiteln versuche. Kein leichtes Unterfangen, liebe Leser! Besonders erschwert wird diese Aktion, wenn der Inhalt des Mistkübels [=Mülleimer *gg*] da landen sollte, wo er hingehört und somit ebenfalls durch die Spaltbreit geöffnete Türe geschmuggelt werden muss. 

Zurück zu Frau Katzens geplantem Feigang: Läuft jemand im Stiegenhaus herum und könnte somit auch er oder sie die Tür in den Keller, oder genauso schlimm, die Tür zur Strasse hin öffnen? Oder ist gar jemand im Haus, der mein Schatzi klauen könnte – immerhin liest man gerade in den Zeitungen von einigen verschwundenen Katzen im noblen 19. Gemeindebezirk? NEIN.

Wie schaut’s wettermäßig aus? Alles Roger in Wien. Zwar nicht gerade heiß, aber auch nicht zu kalt. Kätzchen könnte sich ja einen Schnupfen holen … *augenverdrehdennhierwürdennunallepelztiercheninschallendeslachenausbrechen* 

Also, wieder rauf in den 2. Stock. Schlüssel ins Schlüsselloch gesteckt, einmal umdrehen, die Tür gerade mal einen Spaltbreit öffnen … und schon steckt Frau Katz ihr Näschen hindurch, dreht ihr Köpfchen nach links und nach rechts und vergrößert damit den Türspalt. Am Ende schlängelt sie sich durch die katzenbreitengerecht geöffnete Tür und stürmt auf die Sisalfussmatte unseres Nachbarns gegenüber. Dort werden mal voll Freude die Krallen gewetzt, das Schwänzchen in die Höhe gereckt, die Augen genussvoll zugezwinkert, ein letzter Blick auf mich, ganz so, als würde sie sagen: „Ich geh jetzt dann, bin aber bald wieder zurück!“, und schon ist Frau Katz eine Staubwolke.

Fröhlich maukend durchstromert sie Stockwerk für Stockwerk, schnoferlt hier und da, lässt keine Ecke aus. Ein Kurzbesuch vor Hausfreund Chichis Wohnung ist selbstverständlich liebe Pflicht. Ein lautes Mauken soll Chichi hinterm Ofen hervorlocken, doch der alte Kater schont seine Kraftreserven und kommt nur noch selten mit in den Hinterhof.

Enttäuscht, weil Chichi nicht antwortet, dreht Frau Katz sich um und läuft schnurstracks in den Hinterhof, wo sie munter rumtollt und mit den gelb gefärbten Blättern unseres großen Baumes spielt …

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2 Kommentare zu “Rrrrrrrramiauuuuuuuuus!”

  1. ist das herrlich….
    jetzt hab ich wirklich ein paar Tränchen in den Augen…

    aber nicht, weil sich Kätzchen erkälten könnte, sondern, weil du das wieder so richtig süüüß geschrieben hast!

    danke dafür!

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