Brrrr, ist das kalt!

Gestern im Hinterhof

Frau Katzens Ein und Alles ist ihr heißgeliebter Hinterhof. Ihr täglicher Freigang. Das bisschen Natur, das sich eine Wohnungskatze erträumt. Ein paar grindige Sträucher, Farne und Weinranken am Boden, ein großer Baum zum Klettern … Kurz: das Katzenparadies schlechthin.

Manchmal verirrt sich im Sommer auch das eine und andere Singvogelpaar in Fraz Katzens Hinterhof. Da ich Piepmätze liebe, schnappe ich mir meistens schnell meinen Stubentiger und verbanne sie wieder ins Stiegenhaus. Ich wüsste nicht, wie ich reagieren würde, käme Frau Katz mit einem Vögelchen im Maul daher – Lob erwartend.

Jetzt im Winter sind die Ausgänge in den Hinterhof stark dezimiert. Nein, nicht, weil es Frau Katz frieren könnte, nein, ich – Frauchen – friert. Keine Lust stundenlang zitternd im Hinterhof zu stehen und zu warten, dass meine Katzenplage ein Einsehen hat und wieder in die warme Wohnung schleicht.

Warum ich mit in den Hinterhof gehe?
Gute Frage. Der Hof ist ringsrum zwar von Mauern umgeben, aber erstens sind da im Sommer die Singvogelpärchen, und zweitens stehen die Mistkübel (= Mülleimer) an der Mauer. Das heißt, so schnell kann ich gar nicht schauen, hüpft meine Katzenplage auf einen der Kübel, und flugs, schon ist sie über die Mauer gesprungen – und ward nicht mehr gesehen. Eben der Apltraum einer Stadt-Katzenmami!

Alos begleite ich Frau Katz, wie ein Gefängniswärter, bei ihren Ausgängen. Allerdings scheint sie es zu mögen. Denn bin ich nicht mit von der Partie, sprich, wenn mein kleiner Engländer mit ihr in den Hof geht oder die Katzenomi, dann ist Frau Katz unrund. Das Spielen will nicht so recht funktionieren, immer wieder blickt sie maukend die Hausmauer hinauf zu den Fenstern unseres Stockwerks und wartet, dass ich wenigstens da raus schau.

Bin ich mit von der Partie, werde ich in Frau Katzens Spiel mit einbezogen. Da mutiere ich auch schon mal zum Klettergerüst oder zur Riesenfliege, die anvisiert, angesprungen und gejagt werden musss.

Wie gesagt, im Winter sind die Ausgänge in den Hinterhof stark dezimiert. Gestern war aber wieder mal so ein Hinterhofspaziergang fällig. Also drei Tage ohne Hinterhof, das geht wirklich nicht! Ich zog mich warm an, ging mit meiner aufgeregt-nervös-ungeduldigen Katzendame die Treppen hinunter, öffnete die Hinterhoftüre — ein leichtes Schaudern meinerseits, ein erfreutes MAUK katzenseits.

Aber Frau Katzens Freude währte nicht lange.

Ein bisschen wurde geschnofelt, ein bisschen gehuschelt, danach gekuschelt, das Fell an jeder einzelnen Stelle – sogar an den Ohren (!!!!) – aufgestellt, und damit die kätzische Wärmedämmung aktiviert. Ein heftiges Schütteln, die Fellhärchen standen noch ein wenig mehr vom kleinen Katzenkörper ab. Ein weiteres Schütteln, diesmal aber war der Kopf an der Reihe, ein Blinzeln und schon düste meine wackere Hinterhoffreigängerin in Richtung warme Wohnung.

Danach gab’s kein Zezen mehr, kein ich will „rrrrrmiaaauuuuus“! Glücklich und zufrieden ob der wohligen Wärme in unseren vier Wänden, kullert Frau Katz seitdem nur noch auf der Bank vor einem der Heizkörper und schnurrt versunken im kätzischen Dauerdämmerschlaf gemächlich vor sich hin.

Kleine Memme – und dabei hat’s noch nicht einmal geschneit! 😉

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6 Kommentare zu “Brrrr, ist das kalt!”

    1. nun ja, wenn es draußen ein bisschen feucht ist und frau katz in den hof geht, danach aber auch noch im kalten stiegenhaus herum tollt, dann bin ich drüber nicht so happy. wer weiß, was sich mein heikler vierbeiner da noch einfängt! *augenverdreh*

    1. seid ihr auch so gerne auf punschmärkten? hier in wien gibt’s davon schon fast zuviele, wenn ich ehrlich bin. und die punsche werden auch nicht besser. leider. auf aggstein, einer burgruine in NÖ, habe ich einen traumhaften punsch genossen. leider verkaufen die standler ihre ware nicht auch in wien. ich glaube, die würden ein kleines vermögen verdienen, weil sie absolut konkurrenzlos wären … (qualitätsmässig und auch preislich gesehen ein wahnsinns unterschied!)

  1. hallo Kipet,

    ich halt mich lieber an heissen Johannisbeersaft oder heissen Kirschsaft

    leeecker

    Preisunterschiede sieht man vorallem in Berlin ziemlich!

  2. also ich träum heut noch von dem met-punsch. wirklich ausgezeichnet – nicht zu süß und nicht zu sauer. genau richtig. ich liebe zwar schoki, aber mit einem zu süßen punsch kann man mich jagen!

    johannisbeersaft oder kirschsaft – das hamma hier net in wien! 😉 da gehört schon ein schluckerl hochprozentiges rein! *LOL*

    stimmt, preislich sind die dinger wirklich von enormen unterschieden geplagt – preislich als auch qualitätsmässig.

    LG kipet

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