Eifersucht

Ein japanisches Sprichwort sagt: „Eifersucht ist die Seele der Liebe“. 
Tja, davon kann Frau Katz jetzt ein Liedchen mauken!

Eifersüchtig. Das ist sie, meine Frau Katz! Auf ihren alten Hausfreund Chichi.

Dereinst ein Herz und eine Seele, begrüßten die beiden Katzentiere sich aufs Allerherzlichste wenn sie sich im Hinterhof trafen. Nasenstubser, schnofeln, ein bisschen durch das (pseudo)grüne Grün jagen … Immer gab’s ein großes „Hallo“ wenn Chichi und Frau Katz aufeinander trafen. Nichts – oder fast nichts – liebte Frau Katz mehr als Chichi zu beobachten und sich an den alten Herrn ranzuschleichen und ihm aufzulauern.

Seit ein paar Tagen ist dem nicht mehr so.

Wie schon berichtet, musste Chichis Frauchen zu einer Not-OP. Das war noch im alten Jahr. Seitdem passe ich auf Chichi auf. Nach dem Spitalsaufenthalt musste die alte Dame, sie ist 90 Jahre jung, zur Reha, wo sie sich langsam aber doch erholt. Und noch immer passe ich auf Chichi auf. 

Anfangs kam Frau Katz rasend gern in Chichis Wohnung mit. Der Kater ließ sich das gefallen, was will der Jungspund ihm schon groß anhaben?!

Seit wir aber mit Chichi aufgrund seines total verfilzten Fells zum Tierarzt mussten und der den Kater in einen Gremlin verwandelte, geht Frau Katz nicht mehr gern zu ihrem Hausfreund. Sie kennt zwar seinen Geruch, aber das Bild eines stolzen Perserkaters in all seiner Fellpracht will sich einfach nicht zu jenem des winzig kleinen Gremlins einpassen. 

In den ersten Tagen nach Chichis Totalrasur (bis aufs Kopferl, das hat die Haare noch) saß Frau Katz immer mit großen, staunenden Augen vor dem alten Kater. Total perplex war mein Katzentier.

Doch Chichis Gesundheitszustand, der an und für sich 1A ist, hat sich ein bisschen gewandelt. Der Kater ist ja auch schon seine 17 Lenze jung und tut sich beim Loswerden seiner festeren Exkremente ein bisserl schwer. Vergangenes Wochenende war’s dann ganz schlimm, beinahe drei Tage kam kein Häufchen mehr von Chichi. Ich machte mir große Sorgen und ging Chichi, der einen Stock unter uns residiert, mindestens 5x täglich für wenigstens eine Stunde besuchen. (Gestern stand dann der TA-Besuch an und Chichi geht es nach etlichen Jaukerln und Pasten wieder besser.)

Dem konnte Frau Katz nimmer länger zuschauen. Die dunkle Macht „Eifersucht“ hält sie seitdem fest in ihren Klauen. Frau Katz betritt Chichis Wohnung nicht mehr. Die Katzenomi, die sich immer sehr um meine Katzendame bemüht und jetzt auch Chichi wohlwollend umsorgt, wird gnadenlos angepfaucht und mit Krallen bearbeitet. Ein kurzes „no bites“ half da leider nur zu Beginn ihrer Eifersuchtsanfälle gegen Katzenomi. („No bites“ ist die einzige Chance Frau Katz das Beißen madig zu machen, das lernte sie von ihrem britischen Teilzeit-Daddy.)

Aber auch mich sieht sie immer schiefer an, wenn ich jetzt allein von Chichi in unsere Wohnung zurück komme. Kein Begrüßungs-Miau, nichts. Im Gegenteil, zweifelnd schnüffelt sie meine Hand, erriecht Chichi, schaut mich vorwurfsvoll an, dreht mir ihren Allerwertesten zu und starkst davon. 

Ja, meine Frau Katz ist eifersüchtig.

Aber ich denke, wenn Chichis Frauchen wieder da ist, und alles seinen gewohnten Lauf geht, wird das wieder mit unserer trauten Katz-Mensch-Zweisamkeit!

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2 Kommentare zu „Eifersucht“

  1. oh wie schlimm. schlimm für beide katzen.
    frau katz versteht dein kümmern natürlich komplett falsch.
    und chichi braucht deine zuwendung …
    du wirst das schon schaffen!

  2. … danke, ja, sonnenschein, da mach ich mir auch keine gedanken. frau katz kriegt sich schon wieder ein.

    aber begrüßen tut sie mich momentan nimmer, wenn ich zur wohnungstür rein komm. ich hoffe, dass sie sich da wieder umgewöhnt, weil nix ist schöner als von seinem katzentier beim nach hause kommen begrüßt zu werden! 🙂

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