Moritz zu Besuch bei der Katzenomi

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Die Katzenomi hat wieder mal einen Gastkater bei sich zu Hause. Moritz heißt der Racker und er fühlt sich in Frau Katzens Sommerfrischequartier schnurrig wohl. Wie sehr, das wird Euch jetzt die Katzenomi erzählen:

Moritz, schwarz-weiß gefleckt mit einem schwarzen Charakter-Haken entlang seines Näschens – und zur Abwechslung mal keine Katzendame sondern ein Kater – logiert während des Urlaubs seiner Katzen-Mami bei mir. Moritz ist 3 oder 4 Jahre jung und erst vor einem halben Jahr in seinem Zuhause angekommen. Seiner Katzen-Mami war es ein bisschen mulmig, dass Moritz sein noch so neues Zuhause verlassen sollte um bei der Katzen-Omi einzuziehen, aber Frau Katzens zweitliebster Mensch konnte die Moritz-Mami beruhigen – und so hielt er Einzug, in Frau Katzens Sommerfrischequartier.

Moritz ist kein verwegener Kater. Nein, er ist bestimmt von Ruhe, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme und einem scheinbar nicht zu stillendem Bedürfniss nach Liebe und Streicheleinheiten. Zu Hause hat er die Möglichkeit im Garten als „Freigänger“ seinen Tatendrang auszuleben. Lange hat er diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen. Schlussendlich kommt er nun doch zeitweise in die freie Natur und beobachtet die im Garten für Seppi-Normalverbraucher unverhältnismässig zahlreich vorhandenen tierischen Zeitgenossen in Form von Schildkröten – zu Land als auch zu Wasser. Nichts kann Moritz jedoch davon abbringen selbst tagsüber im stillen Kämmerlein eines Kleiderkastens seinem Bedürfnis nach Erholung für spannende Abenteuer in freier Natur – und natürlich bei Nacht – vorzusorgen.

Nun ist Moritz bei mir. Lustig zu beobachten, wie unterschiedlich doch jedes einzelne Katzentier und im Besonderen Katze versus Kater sich verhalten.
Abgesehen davon habe ich zur selben Zeit menschlichen Besuch, was natürlich selbst eine andere, zusätzliche Herausforderung bedeutet.

Zuerst mal verkriecht sich Moritz unter meinem Bett. Eine erprobte Zufluchtstätte von Frau Katz. Schon am selben Abend als alles zur Ruhe kommt erscheint Moritz an der Wohnzimmertüre. Vorsichtig und langsam erschnofelt er sein neues Terrain. Immer mehr wagt er sich vor. In kurzer Zeit kennt er vor unsagbarer Not an Streicheleinheiten kein Pardon, kommt auf meinen Schoss und läßt sich streicheln. Auch meinen Besuch weiss er sofort mit seinem Liebreiz zu umgarnen. Liebkost zu werden und sofort ein lautes Geschnurre anzustimmen ist sein Ein und Alles.

Die Zeit mit Moritz ist kurzweilig – oder auch nicht – weil er, sobald er einem ansichtig wird denkt, dass sich die ganze Welt nur mehr um sein Bedürfnis nach Streicheleinheiten dreht.

Nun, das ist eine ganz neue Situation für mich. Frau Katz ist sehr zurückhaltend und ganz speziell, was ihr Bedürfnis nach Zuwendung betrifft. Mit mir möchte Frau Katz meist herumteufeln oder verstecken spielen. Komm ich ihr zu nahe scheut sie nicht, mir eine mit ihrer Pfote überzuziehen und entsprechende Spuren zu hinterlassen.
Zicki und Nelli, die beiden Katzendamen meiner Freundin sind wiederum ganz anders. Zicki weiss nicht wie sie ihr grosses Bedürfnis nach Streicheleinheiten stillen kann, Nelli ist hingegen zurückhaltender und bedachtsamer.

Frau Katz zieht es vor nicht in meinem Bett zu schlafen.
Zicki und Nelli lieben absoluten Kontakt im Bett. Sobald ich sage: „Kommt, wir gehen jetzt schlafen“  verschwinden beide schnurstraks Richtung Schlafzimmer, sind viel schneller dort als ich und können es nicht erwarten, bis schlussendlich auch ich mich in die Waagrechte begebe.

Moritz ist ein bisserl individueller. Er kommt und geht. Sobald er mein Bett betritt, beginnt er bereits zu schnurren. Mich liebevoll fixierend schreitet er auf mich zu. Sobald er denkt, dass der Blickkontakt ausreicht, lässt er sich abrupt auf die Seite fallen. Er bevorzugt, natürlich wie jede Katze, den Körperkontakt. Er schnurrt, als ob es darum gehe die Welt damit neu zu formieren. Wenn ihm der Platz nicht taugt, versucht er es mal hier, mal da. Mal rechts, mal links. In letzter Zeit liebt er den Platz rund um meinen Kopf. Ganz speziell „am“ Kopf. Das mag ich wieder nicht so gern. Nun, irgendwie schaffen wir die Nacht miteinander. Nach einiger Zeit hat er ohnedies das Bedürfnis, sein Spielzeug durch die Gegend zu jagen. Der Lärm, den er dabei verursacht, ist für ihn natürlich kein Problem…

Gestern Nacht lagen wir beide „face to face“. Er bekam natürlich seine Streicheleinheiten. Schnurrte bis zum Umfallen. Auf einmal musste Moritz nießen. Ich hatte das Gefühl, diesen Nießanfall trichterförmig auf mein Geischt zukommen zu sehen und auch zu fühlen. Somit musste ich das schon angewärmte Bett wieder verlassen, im Bad mein Gesicht einer neuerlichen Wäsche unterziehen und die Nachtcreme abermals auftagen.

Heute habe ich mal einen Tag, wo ich ausschliesslich zu Hause bin. Und siehe da, Moritz scheint sich damit unsagbar wohl zu fühlen. Er schläft neben mir im Arbeitszimmer, unterbricht den Schlaf der Katzengerechten nur wenn er fressen mag oder denkt, ich sei abhanden gekommen. Ein wirklich lieber Zeitgenosse!

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