Verdacht: Epilepsie

(c) S. Bayer / pixelio.de
(c) S. Bayer / pixelio.de

Mit vergangener Dienstagnacht hat sich unser Leben verändert. Frau Katz hatte da ihren (wahrscheinlich) ersten epileptischen Anfall.

Ganz friedlich schlief meine Katzendame auf ihrem Schlafkissen am Kleiderkasten, da wo sie am liebsten die Nacht verbringt. Ich wollte gerade das Licht abdrehen, als Frau Katz plötzlich einen Satz machte, vom Kasten fiel und die Vorderbeinchen nicht mehr bewegen konnte. Ich dachte, sie hätte sie sich gebrochen. Auf der Seite liegend schob sie sich mit den Hinterbeinchen ins Wohnzimmer, spuckte Speichel, trommelte mit den Vorderbeinchen am Boden und war unansprechbar. Dazwischen verkrallte sie sich immer wieder mit den Pfoten in den Teppich.

Es war grausig anzuschauen und ich wusste nicht, was ich tun sollte, also hob ich meine zuckende Maus hoch, legte sie aufs Bett und streichelte sie komplett hysterisch bis der Anfall vorbei war. (Heute, nach etlichen Stunden Websearch weiß ich, dass man Katzen während eines Anfalls nicht hochnehmen soll, weil sie Bärenkräfte entwickeln und sich mit ihren Krallen ins Menschenfleisch verhaken können. Gutes, sanftes Zureden sei dabei das Beste was der Mensch bei einem epileptischen Anfall seiner Katze machen kann.) Während des Anfalls urinierte sie, mein Katzenschatz roch noch ein, zwei Tage lang ganz erbärmlich.

Danach folgte ein extremer Fressanfall (ebenfalls internetklug geworden: der Fressanfall kommt deswegen zustande, weil so ein Anfall einem menschlichen Marathon gleichkommt und die Katze danach Kraft auftanken muss) und Frau Katz lief mit aufgestelltem Fell durch die Wohnung. Für mich sah es so aus, als würde sie sich wundern was passiert war.

Am nächsten Morgen telefonierte ich mit meiner Tierärztin (TA). Da alles wieder bei Frau Katz in normalen Bahnen lief, dachte ich ein Besuch beim TA wäre hinfällig. Ich sollte Frau Katz beobachten und wenn sich wieder was täte, sollte ich mit ihr vorbei kommen.

Alles lief glatt. Frau Katz spielte mit mir, ging in den Hinterhof hinaus, fraß was sie verdrücken konnte und war wieder ganz die Alte. Bis zur Samstagnacht. Da gab es den zweiten Anfall. Er verlief ähnlich wie der erste und da war mir klar, dass meine Frau Katz höchstwahrscheinlich an Epilepsie erkrankt war.

Ich rief am Sonntag noch meine TA an und arrangierte einen Termin für heute Montag. Ich demontierte sämtliche Hochsitze meiner Frau Katz, damit sie sich künftig bei einem Anfall nicht verletzten kann.

Jetzt, eineinhalb Stunden, Hinterbeinchen rasieren, zwei Ampullen Blut und zwei Röntgen später (zweimal musste Frau Katz geröntgt werden, weil das erste Foto verwackelt war) bestätigte auch die TA meinen Verdacht auf Epilepsie.

Morgen Abend, wenn das Blut untersucht ist, wissen wir mehr…

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8 Kommentare zu „Verdacht: Epilepsie“

    1. danke, giftigblonde. es gibt medikamente für epi-katzen, aber die richtige einstellung des tieres darauf kostet einiges an zeit und erfahrung. bis sie also für eine gewisse zeit symptomfrei ist, wird’s dauern… 😦

  1. Hallo Du,
    das kenne ich, unsere Katze hat im Alter von 10 Jahren den ersten Krampf gehabt, danach dann eine Serie über mehrere Tage und wir sie in der Tierärztlichen Hochschule lassen mussten. Es wurden alle möglichen Untersuchungen angestellt, bis MRT und Liquor. Alles ohne Befund. Sie hat wohl eine angeborene Epilepsie bzw. einen „Unfallschaden“ den man aber nicht finden konnte. Sie bekommt seitdem Luminaletten (2 mal Täglich in EXAKT 12 Stunden Abstand). Und hat seitdem allerdings noch 2 mal Anfallserien gehabt, jedesmal in Zusammenhang mit einer (von uns nicht bemerkten) Mittelohrentzündung. Wichtig ist das Du einen guten TA hast (besser eine Klinik mit allen Untersuchungsmöglichkeiten) der sich mit Epilepsie und Neurologie auskennt. Unser damals als erster befragter „Wald + Wiesen“ TA hatte quasi keine Ahnung. Wichtig auch das Du etwas zuhause hast um einen möglichen Status Epilepticus zu unterbrechen, den hatte unsere Katze einmal, zum Glück waren wir da gerade in der TiHo und es konnte sofort gehandelt werden. Und auch wichtig wenn auch bitter für die Katze, KEIN Freigang mehr! Ich würde Dir gerne mit Rat zur Seite stehen, wenn Du möchtest kannst Du mir gerne privat Mailen oder wir können auch telefonieren.
    Ich drücke die Daumen für die Katz!!
    Alles Liebe,
    Jule

    1. Liebe Jule1,

      vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Ich werde mich sehr gerne bei Dir per Mail melden. Gott sei Dank hat Frau Katz keine Epi-Serien, sondern „nur“ vereinzelt Anfälle (sie hatte bislang 2 Anfälle, die innerhalb von 4 Tagen). Die Blutwerte meiner Katzendame sind allesamt top (bis auf ihr Problem mit der Eosinophilie). Auch das Röntgen war ohne Befund.

      Ich werde mich in den nächsten Tagen bei Dir melden. Danke Dir und hab einen schönen Abend,

      Frau Katz & Kipet

  2. Äh Moment das lese ich ja jetzt erst…wieso hat die TA nach dem Röntgen den Verdacht bestätigt? Was konnte man da sehen?
    Drücke weiter die Daumen für die Katz!!
    Jule

    1. Aufgrund meiner Schilderungen der Anfälle hat sie den Verdacht gehabt, dass meine Vermutung bezgl. Epilepsie stimmt.

      Auf dem Röntgen konnte sie die inneren Organe sehen. Die waren allesamt unauffällig.

      Gott sei Dank!

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