Von Katzen, Dosis, Katzenomis und der Epilepsie

kiraamfenster
Wie ich schon berichtet habe, leidet meine Frau Katz seit kurzem neben der eh schon recht leidigen Eosinophilie auch an Epilepsie. Die Epi-Anfälle sind schlimm anzuschauen und als Dosi steht man dem hilflos gegenüber. Man fühlt sich regelrecht ausgeliefert. Vor allem als Alleinkatzenhalter, sprich wenn niemand da ist, der einem vom Hysteriehöhepunkt wieder runter holt.

So habe ich die Katzenomi engagiert. Da hocken wir nun seit einigen Abenden zu dritt vorm Fernseher. Wir reden nicht viel und schauen immer wieder nach, was Frau Katz auf ihrer Wohlfühlwohnzimmerkiste macht. Schon dass jemand da ist, beruhigt mich sehr! Trotzdem. Jedes Zwischendurchzucken meiner Katzendame bricht mir das Herz. – Aber dann ist die Katzenomi da, die mich tröstet und wieder auf Kurs bringt.

Doch diese Woche hatte ich einen wirklich schlimmen Depressionsanfall und meinte plötzlich, ich will’s ganz genau wissen, was denn da mit Frau Katz passiert. Dazu wäre ein Besuch in der Veterinär Uniklinik in Wien notwendig gewesen – MRT und Liquor-Punktierung inbegriffen. Ich rief daraufhin meine Tierärztin (TÄ) an. Trotz meines inneren Widerwillens gegen die Untersuchungen in der Uniklinik, bat ich sie einen Termin zu arrangieren. Sie versprach am Montag gleich alles in die Wege zu leiten.

Abends besprach ich das alles nochmals mit der Katzenomi. Sie meinte, ob ich das denn wirklich wolle? – Frau Katz habe mit den Untersuchungen in einer ihr bekannten Umgebung (der Tierarztpraxis) schon genug Stress zu verarbeiten. Will ich denn wirklich ihr neue Menschen, eine sehr erschreckende Umgebung und eine Untersuchung zumuten, die außer, dass man dann EVENTUELL weiß wieso sie die Epi-Anfälle hat, an der Tatsache dass sie diese hat eh nichts ändern?

Ein gutes Argument, das bei mir sofort auf fruchtbaren Boden fiel.

Am nächsten Tag habe ich auch gleich wieder mit meiner Tierärztin telefoniert und bestellte den besuch in der Uniklinik ab. Ich fragte sie nochmals genau nach ihrer Meinung. „Ich, als Ärztin,“ meinte sie, „würde gerne wissen woran ich bin. Das ist aber nicht etwas, was ich Ihnen aufzwingen würde. Jeder denkt da anders und ich verstehe Ihre Entscheidung, wenn Sie die Untersuchung in der Klinik nicht machen wollen.“ Meine TÄ setzt außerdem auf die Behandlung mit Cortison. Das Cortinsonspritzendepot (sie hält vier Wochen vor), das Frau Katz diese Woche erhalten hat, soll mögliche Entzündungen im Körper meines Maunzbären behandeln, was wiederum auch die Epi-Anfälle minimieren soll.

Vielleicht (HOFENTLICH) geht ja diese Rechnung auf: Von den großen Anfällen blieben wir bislang verschont *dreimalaufholzklopfen*, was schon eine deutliche Verbesserung für mich darstellt. Vielleicht wirkt die Cortisondepotspritze doch besser als gedacht und wir können die Epi-Anfälle immer weiter hinauszögern, sodass Frau Katz doch keine Barbiturate nehmen muss. (Einmal im Monat stattfindende Epi-Anfälle werden medikamentös nicht behandelt – lt. TÄ.)

Meine TÄ bestellt jedenfalls am Montag die Barbiturate für Frau Katz, damit ich sie einmal daheim habe. Das Problem mit den Barbituraten ist: Fängt man damit an muss man sie bis zum Schluss geben… Und manchmal helfen sie auch nicht.

Am Dienstag werde ich die Barbiturate bei meiner TÄ abholen – selbstredend nicht ohne zu besprechen ab wann ich die Medikamente meiner Frau Katz geben MUSS… Ja, ich denke ich habe eine sehr geduldige Tierärztin für Frau Katz gefunden!

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8 Kommentare zu “Von Katzen, Dosis, Katzenomis und der Epilepsie”

  1. tiefes seufzen und bedauern für dich und frau katz, wenn ich das lese.
    hoffentlich war das nur ein vorübergehendes aufflackern von symptomen und es beruhigt sich eh wiede alles.
    ich halt euch auf alle fälle die daumen!

  2. Liebe Ruth,

    danke für Deine lieben Worte. Es wäre schön, wenn sich Frau Katzens Epi-Episoden wieder einstellen. Momentan geht es meiner Maus recht gut – *dreimalaufholzgeklopft*. Daumen drücken können wir aber immer gebrauchen.

    Alles Liebe, Frau Katz & Kipet

  3. Liebe Jule,

    gestern Abend hat Frau Katz ihr erstes Barbiturat-Pülverchen bekommen. Sie konnte daraufhin das erste Mal seit Wochen wirklich wieder halbwegs gut durchschlafen ohne von Zuckungen (teilweise sehr starke) daraus geweckt zu werden. Sprich, die Zuckungen sind weniger geworden. Ab 5 Uhr Früh hat sie mich halbstündlich wegen Futter geweckt. So gesehen ist alles wieder HALBWEGS beim Alten.

    Was mich aber jetzt stutzig macht, das Barbiturat heißt PHENOLEPTIL 12,5 mg und ist für HUNDE! Im Beipacktext steht, dass man es nicht anwenden soll für HUNDE UNTER 5 KILO Körpergewicht. Und dass die Tabletten NICHT geteilt werden dürfen , da sich die Dosen für kleiner Hunde nicht dem 20%-Schema entsprechend anpassen lassen… Das sind Dinge, die ich gestern beim Abholen der Medikamente noch nicht entdeckt gehabt habe. Hier muss ich die TÄ nochmals befragen. Ich werde zur Sicherheit auch bei der Erzeugerfirma anrufen und nachhaken.

    Das macht mich natürlich wieder unrund. Gerade mit dem Medikament angefangen und schon diese Widersprüche. Hätte ich das gestern schon bei der TÄ gelesen, hätte ich sie gleich fragen können.

    Andererseits scheint Frau Katz nach der ersten Nacht damit gut drauf anzusprechen…

    Entscheidungen über Entscheidungen. Keine leichte Sache wenn es um die Lebensqualität (und eigentlich um das Überleben) Deiner Katze geht.

    Danke fürs Daumenhalten, liebe Jule!
    Baba aus Wien, Frau Katz & Kipet

  4. http://www.desitin.de/fileadmin/web_files/Produkte/PDF/GIs/Luminaletten_GI.pdf

    Liebe Kipet,

    schau mal, das bekommt unsere Katzi, etwas weniger als eine halbe Tablette morgens und abends (ca. 6,5 mg pro 12 Stunden bei einem Katzengewicht von 2,9 Kilo). Der Wirkstoff ist der gleiche, es kommt jetzt also darauf an wieviel Frau Katz wiegt und wieviel von dem Mittel Du ihr verabreichst (auch 12 stündig?)
    Mach Dich nicht verrückt, das sieht aus als sei es richtig, das man die Tabletten nicht teilen soll kann Dir sicher die TÄ erklären (ob das quatsch ist…).
    Liebe Grüße und ich wünsche Frau Katz gute Genesung und Deinem Nervenkostüm ebenso ;o)
    Jule & Joli

  5. Liebe Jule,

    habe mich schon wieder eingekriegt. Habe im Web gelesen, dass PHENOLEPTIL ein Tierpräparat ist, das Katzen und Hunden gegeben wird. Dieser Punkt ist mal raus. Auf den Webforen wird viel über die Gabe dieses Medikaments gesprochen und scheinbar wirkt es recht gut.

    Das nicht angeratene Teilen der Tabletten ist noch die Geschichte, die ich meine TÄ fragen werde.

    Ich bin halt bei meiner Frau Katz einfach überängstlich. Sie ist mein Schatzi und ich möchte, dass sie das beste Leben hat, das möglich ist. Meine TÄ sind so und so mit mir Hysterikerin geplagt. Aber sie scheinen MICH recht gut im Griff zu haben 😉

    Danke jedenfalls für Deine Anteilnahme – Joli, Deine Katze?

    Alles Liebe,
    Frau Katz & Kipet

  6. In der Beziehung bin ich auch HYSTERIKERIN aber hoch 3!!! Ich will auch immer das BESTE für meine Pelzgurken!
    Ja, Joli meine Katze…hatte ich Dir in der Mailantwort geschrieben. Oder hast Du die nicht bekommen???
    Liebe Grüße,
    Jule

  7. Ich bin aber neben SUPER-HYSTERIKERIN auch noch Webschmökerin. Sprich, wenn Frau Katz sich was Neues einbildet, check ich das gleich mal im Internet, was mich in Wahrheit noch wahnsinniger macht. Aber als Katzenmami möchte ich ja wissen was auf Frau Katz zukommen KÖNNTE (mit starker Betonung auf KÖNNTE)…. 😉

    Liebe Jule, ich danke Dir auf jeden Fall für Deinen tollen Beistand. Ich bin froh, wenn ich mich mit Dir über Epi & Co. austauschen kann, denn all dieses Neue verunsichert einen schon sehr. Und manchmal mag ich mich einfach auch nicht nur auf die Meinung meiner (zugegebenermaßen guten) TÄ verlassen.

    Ich wünsche Dir und Deinen Vierbeinern ein wunderbares Wochenende!
    Alles Liebe aus Wien,
    Frau Katz & Kipet

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