Bettgeschnurre

bettgeschnurre
Was jetzt kommt, kennen sicherlich alle Katzenbesitzer, Schnurrbartzupfer und Tigerbauchikrauler, Dosis und Dosinen unter Euch: Die Geschichte mit dem Menschenbett und der schlafenden Katze…

Der Abend ist da. Die Vorhänge sind zugezogen. Mensch sitzt gemütlich vorm Fernseher und lässt sich literarisch berieseln: Der Tee schmeckt köstlich, Mr. Darcy und Miss Bennet liefern sich in Jane Austens „Pride and Prejudice“ – in der unübertrefflichen BBC-Produktion  mit Colin Firth und Jennifer Ehle in den Hauptrollen – klassisch-spritzige Wortgefechte. Es ist alles so richtig gemütlich. Kuschelig. Auch Frau Katz macht es sich auf ihrem Sofa bequem, schnurrt leise vor sich hin, öffnet ab und an ein Auge um zu sehen ob eh alles nach ihren Wünschen drapiert ist – vor allem ich, ihre Dosine.

Das Katzensofa ist übrigens nichts anderes als ein höherer Karton mit Polster drauf, nicht dass ihr denkt, meine Frau Katz würde ihr eigenes Sofa besitzen … Aber wenn ich so weiter nachdenke, jaaa, der Gedanke könnte einem schon fast kommen …

Mr. Darcy und Miss Bennet fahren selbstredend am Ende des Films glückselig in der Hochzeitskutsche dem Sonnenuntergang entgegen und es kommt Bewegung in die heimatliche Bude – nämlich: Ich stehe auf und stelle meinen Teebecher in die Abwasch.

Dieses dreiste Stören der kätzischen Glückseligkeit bleibt natürlich nicht unbemerkt. Frau Katz gibt ein protestierendes Grummeln von sich, gähnt, streckt und reckt sich und springt vom Katzensofa. Danach tigert sie laut maukend zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her während ich mich bettfertig mache.

Dann, ganz plötzlich, wird’s still vor der Badezimmertür. Kein missgestimmtes Auf- und Abgehen mehr. Kein klackerndes Tapsen von Tigerkrallen am Parkett … Wo ist meine Frau Katz?

Als ich letztendlich zu Bett gehe entdecke ich sie, meinen 5 Kilo-Wutz. Mitten am Bett, aber wirklich so absolut in der Mitte liegt sie mit um sich gekringelten Schwanz schnurrend da, rührt kein Auge, missachtet meine Versuche zaghaft die Bettdecke anzuheben um darunter zu klettern. Ein leises Anstupsen, ein meinerseitiges Bitten ein wenig auf die Seite zu rutschen, wird mit einem lauten Grummeln bestraft. Beinahe zaghaft stehe ich vor meinem Bett. Was tun?

Am Ende liegt Frau Katz in der Bettmitte und ich mit einer Extratuchend um sie herum drapiert.
Und ja, mensch kann tatsächlich so schlafen!

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2 Kommentare zu „Bettgeschnurre“

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