Frau Katz gegen den Bienendoppeldecker

(c) natuerliche-bienenhaltung.ch
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Traumwetter in Wien. Natürlich ist es wieder mal Zeit für meine Frau Katz den Hinterhof zu erkunden. Doch diesmal waren meine Tigerin und ich nicht allein im Grünquadrat…

Ich komme von meiner samstäglichen Badmintonsession und einem kurzen Einkehrschwung in den Supermarkt nach Hause und werde freudig von meiner Katzendame im Vorzimmer begrüßt: Ein fröhliches Maunzen und Gurren, ein auf den Rücken schmeißen und Bauchikrauleinheiten einfordern und dann, der erwartungsvolle Blick in Richtung Wohnungstür.

„Ja, Frau Katz, ich weiß eh“, sag ich zu ihr. „Lass mich erst mal meine Einkäufe verstauen und dann gehen wir in den Hof hinaus.“

Die wunderschönen grünen Äuglein meines Fellmopses erstrahlen in einem Extra-Glanz. Ganz so, als würde sie wissen, was ich zu ihr gesagt habe. Die Vorfreude ist groß, das Gemauke ebenfalls. „Mauk, maunz. Ich will raus! Jetzt! Was willst denn mit deinen faden Einkäufen, die kannst auch später verstauen!“, scheint sie sich zu beschweren.

Ich beeile mich mit dem Wegräumen um es meiner Tiger-Queen recht zu machen. Immer wieder reize ich sie: „Ja, Mausi, wir gehen eh gleich raus. Nur noch ein bisserl musst warten…“ Meine Ansage scheint Frau Katz noch mehr anzuspornen. Das Maunzen wird dringlicher. Schon fast panisch. Wäre sie ein Mensch, würde sie jetzt gekreischt haben!

Endlich ist alles da wo’s hingehört. Ich drehe mich zum Küchengangfenster, öffne es und schon prescht Frau Katz hinaus. In die Freiheit. Manchmal könnte man meinen, egal wie gut es Frau Katz bei mir geht, nichts geht über den kätzischen Freigang! Liberté pour les félidés! Gäbe es ein T-Shirt mit dieser Aufschrift, es wäre schon längst das meinige! 🙂

„Waaaarten, Frau Katz, warten“, so ganz einfach raus kann sie auch nicht. Es wohnen ja immerhin auch andere Menschen in unserem Haus, die nicht so darauf achten ob die Tür zum Keller (wo immer die Rattengiftsackerl ausgelegt sind) zu ist. Oder ob auch wirklich die Tür auf die Straße hinaus geschlossen ist. Katzensicherheit ist oberstes Gebot. Und wirklich, Frau Katz ist eine sehr brave Katze. Sie wartet immer auf der Nachbarsfußmatte. Die ist aus Sisal und prima zum Krallenwetzen – was natürlich prompt und intensiv erledigt wird.

Inzwischen gehe ich die Stufen ins Erdgeschoss hinunter. Ja, die Haustüre ist geschlossen und auch die Kellertür ist zu. Ich rufe meinen Mutzbären und geh mit ihr in den Hinterhof hinaus. Ein Vogelgezwitscher, ein Summen und Brummen begrüßt uns. Die Bäume sprießen, die Sträucher wachsen und das Immergrün zeigt schon seine ersten Blüten. Eine Pracht, unser Hinterhofgestrüpp!

Frau Katz legt gleich mal eine Intensiv-Schnofelrunde ein. Jede Ecke und jeder Busch will beschnüffelt werden. Auch probiert sie mit scheelem Blick in meine Richtung einen Baumstamm hinauf zu klettern. „Nein, Frau Katz, nein!“ Und welch Wunder, Frau Katz folgt meinem Befehl. Es wird mit Buschwerk gespielt, mit Blättern, an Blumen geschnüffelt… Ein wunderbarer Katzenmittag!

Doch da.
Es brummt.
Es summt.
Und das auch noch laut vernehmbar!

Ein Bienendoppeldecker im direkten Sturzflug auf Frau Katzens Schnauze!

Bienendoppeldecker? Ja, eine Königin und ein Bienenmännchen in liebestoller Action. Je näher das seltsame Fluggerät auf sie zukommt, desto ärger schielt Frau Katz vor sich her. Leicht irritiert, weil das Flugding einfach nicht vor ihr, einer Katzendame, Halt macht, ruckt das Katzenkopferl immer weiter zurück. Das Bienendoppel zeigt aber noch immer keinen Respekt vor meiner gefährlichen Jägerin und kommt immer näher. Und näher … bis Frau Katz nichts anderes übrig bleibt als ein kätzischer Seitensprung um den brummigen Gesellen auszuweichen!

Na so was kann Frau Katz natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Der Bienendoppeldecker legt mehr oder weniger eine glatte Bruchlandung hin, als schon Frau Katz mit einem Satz auf das ungehörige Liebesduo springt, ihnen regelrecht eine Katzenohrfeige versetzt und sofort in wieder entsprungener Entfernung auf die Reaktion des Katzenangriffs zu warten. Der Katzenkick hat die Bienenkönigin von ihrem nervigen Bienenmännchen befreit. Noch als der liebestolle Insektenmann nach der Katzenwatsche seine fünf Sinne einsammelt, entfleucht die Bienenkönigin (offenbar erleichtert) schnellstens dem Ort des Schreckens.

Völlig verdattert blickt Frau Katz der Bienenkönigin hinterher. Das Männchen jedoch macht den Fehler kurz seine Flügel am Boden zu testen. Mehr braucht mein Fellmops nicht: Sie springt mit einem Satz auf den Bienenmann, holt mit ihrer Pfote aus und versetzt dem Sumseding eine gehörige Ohrfeige. „Mmmmmpfffffttt“, spotzt das Fluginsekt vor sich hin und bleibt wie tot liegen. Vorsichtig beäugt Frau Katz das suspekte Sumsedings, das sich fortan nicht mehr rührt.

Nach einigen Minuten wird das scheintote Bienengetier meinem Tigerchen zu langweilig …

„Hmmm … da war ja noch was … mit dem Kühlschrank … und der Wurst …“, denkt Frau Katz, schon springt sie munter die zwei Stockwerke zu unserer Wohnung hoch und sitzt laut maukend in Erwartung eines Leckerlis vor dem kalten Futterspender…

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