Ein Katzensprung, der seinem Namen Ehre macht

katzensprungHeute habe ich zum ersten Mal eine Idee davon bekommen wie sich ein Mensch fühlen muss, der von einem Tiger angefallen wird. Natürlich spielte sich unser Drama im kleinen, kätzischen Ausmaß ab. Was passiert ist? Bitte sehr:

Frau Katz genoss heute wieder mal einen Ausgang in den Hinterhof. Es war draußen schon dunkel und ich musste sogar das Hoflicht anknipsen um meine Katzendame im Auge zu behalten. Immerhin steht ’ne Menge Gestrüpp rum, auf das meine Tigerin…

Dachte es, und schon war’s geschehen: Frau Katz, der Langeweile in ihren vier Wänden müde, schickte sich keine drei Sekunden nachdem sie den Hinterhof betreten hat dazu an den einzigen wirklich bekratzelbaren Busch hochzuklettern. Mann, war die Maus da vielleicht schnell oben.

Die Gefahr des Baumkletterns lag weniger in dem allseits bekannten Katzenproblem „Rauf geht’s immer, runter nimmer“, sondern von dort oben gelangt sie problemlos auf eine Terrasse wo ich sie nicht mehr erreichen kann. Und dann wär’s nur ein kleiner Hüpfer um in den Nachbarhof auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

Undenkbar. Grässlich. Einfach schrecklich – meine gut behütete, verzärtelte Frau Katz in der Wiener Wildnis mit all den vielen Autos, Hunden und Wildkatzen. Lauter Situationen, denen sie sonst nicht ins Auge blicken muss.

PANIK! Bei mir, wohl gemerkt, nicht bei Frau Katz! Dieser kleine Lauser saß also da oben im Geäst des Gestrüpps, schielte mal auf mich runter, mal auf die Terrasse. Kein kätzischer Gedanke daran meinem Befehl „Komm runter Mausi!“ zu folgen!

Das war mir dann zu viel. Ich bog das Grünzeugs auf für mich erreichbare Höhe runter um Frau Katz vom Baum zu pflücken. Dabei hat das ganze spindeldürre Bäumchen gewackelt auf Teufel komm raus.

Mitten drin eine panisch blickende Katzendame und unten eine panische Kipet. Katze panisch, weil sie die Terrasse und damit ihre Katzenfreiheit in Reichweite sah, ich weil… na eben weil meine Maus auszubüchsen drohte!

Ich wackelte das Ding ein bisschen kräftiger und da gab Frau Katz auf. Sie sprang vollkommen hektisch vom Baum und mit ausgefahrenen Krallen direkt… in mein Gesicht. Autsch!

Ich hielt meine Maus noch ein Weilchen in den Armen, streichelte und beruhigte sie, während an meiner Oberlippe und an der Wange nur so das Blut runter floss. (Nein, ganz so schlimm war’s nicht, aber meiner lieben Hausmitbewohnerin, die zufällig zum Müll auslehren in den Hof kam, hat mein Anblick doch zu… denken gegeben *gg*)

Nun ja, selbst schuld würd ich mal sagen, nicht wahr? Aber ich habe ehrlich nicht damit gerechnet, dass Frau Katz dermaßen schnell das Bäumchen hoch kommt. Wieder mal was fürs Leben gelernt…

Dieser Katzensprung hat jedenfalls tatsächlich seinem Namen alle Ehre gemacht und geht ruhmvoll in die Annalen meines Alltags mit Frau Katz ein!

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12 Kommentare zu „Ein Katzensprung, der seinem Namen Ehre macht“

  1. Oh Gott, der Albtraum! Und genau wegen so was bin ich etwas stinkig auf meinen Freund, der einfach zu faul ist, den Balkon katzensicher zu machen. Ich bin leider handwerklich unbegabt und er meint immer: „Die springen schon nicht.“ Nee, is klar…..

    LG
    Steffi

    1. Nein, bitte mach deinem Freund klar, dass er den Balkon vergittern soll. Wenn’s dann passiert ist, ist’s zu spät. Das geht so schnell, dass Katzen sich davonstehlen wollen. Und sie sind schrecklich geschickt darin einen Weg zu finden auszubüchsen.

      Und Balkon — schon allein die Höhe würde mich wahnsinnig machen. Meine Tante hatte mal ein Katzenbaby, das vom Balkon fiel. Als die kleine Maus 6 Stockwerke tiefer auf den Beton knallte hat sie noch eine Weile gelebt – aber wie – vor Schmerzen hat sie geweint, das kleine Herzchen. Entsetzlich! So was muss nicht sein.

      So schlimmm sieht man die Katzengitter heute nimmer als dass man sich selbst eingekerkert vorkommt.

      Nein, da gibt’s keine Ausrede und keine Entschuldigung. Wenn man Katzen hat, muss man schauen, dass es den Lieblingen auch gut geht. Und dazu gehört ein gut abgesichertes Terrain.

      Bitte bring ihn dazu die Katzen abzusichern.
      Alles Liebe, Kipet
      …und Purrpurrs von Frau Katz

      1. Keine Sorge, ich lasse meine Katzen niemals so auf den Balkon, dass sie nicht abgesichert sind. Wenn Sie jetzt rausgehen, dann immer an der Leine und ich bin dabei. Mein Freund wehrt sich ja vehement dagegen, den Balkon komplett zu vernetzen, weil er dann ja „nicht mehr rausgucken kann“ (Ja, nee….), aber er hat Winkel gebaut, um ein Netz zu spannen, das quasi etwas über der Brüstung in den Balkon hinein ragt. So haben sie keine Fläche zum Anspringen. ABER selbst damit würd ich sie nie allein lassen! Und er baut das ja eh nicht an…

        Der Plan ist ohnehin, zeitnah umzuziehen. Möglichst ins Erdgeschoss. Und mit einem befreundeten Schreiner ist schon abgesprochen, dann auf der Terrasse oder im Garten einen komplett gesicherten Auslauf mit Klettermöglichkeiten, Höhlen etc. zu bauen.

        Bis dahin bewache ich meine Rabauken mit Argusaugen und zicke meinen Freund öfter mal an.

      2. Wenn’s nicht anders geht, dann mit Leine. Besser, als es passiert was.

        Find ich gut, wenn du deinen Schätzen in eurer neuen Bleibe ein Kletterparadies bauen willst. Da wär Frau Katz sicherlich auch gern mit von der Kletterpartie! 🙂

        Hab noch einen schönen Abend!
        Alles Liebe aus Katzenhausen!

  2. Aua Aua, arme Kipet 😦 Hoffentlich heilt das ganz schnell wieder 🙂 *Heilschnurrerrüberschick*
    Aber da siehst mal wieder was ne Frau Katz alles so kann 😀 Voll die Baumflitzerin 🙂
    Schnurrer Engel und Teufel

    1. Danke für die Heilschnurrer – so schlimm sieht’s heute gar nimmer aus. OK, ein paar Kratzer sind da, einer davon könnte als Narbe in Erinnerung bleiben und so wirklich wag ich mich nicht unter die Menschen *gg*. Beunruhigter war ich für meine Baumflitzerin 😉 ob sie das Erlebnis, das ich sie aus dem Busch geschüttelt hab, auch psychisch gut wegstecken konnte. Ich hoffe, dass sie, nachdem ich wegen ihrer Epilepsie die Klettergerüste (Catwalk) entfernen musste, mit dier Aktion keinen Knacks wegbekommen hat… Arme Maus!

      Purrpurrs von Frau Katz
      und alles Liebe von Kipet

    1. Nein, das war sicherlich keine Absicht von Frau Katz, das war Überlebensinstinkt… man bedenke, eine Katze wird vom Baum geschüttelt. Ich glaub mit Fug und Recht behaupten zu können, dass das von der Natur NICHT so gedacht ist *kicher* – und Frau Katz musste, weil sie sich irgendwo festhalten wollte, die Krallen ausfahren.

      Nun ja, so alt hab ich werden müssen um mit Katzenkratzer im Gesicht rumrennen zu dürfen! *gg* 🙂

      Danke und alles Liebe dir, Tina!
      Und Purrpurrs von Frau Katz

  3. Hallo, ihr Lieben,

    na ja, ihr beiden macht ja schon Sachen!!!
    Natürlich hat dich Frau Katz nicht mit Mutwillen gekratzt. Sie hat bestimmt vor lauter Angst, sich irgendwo festhalten zu müssen, die Krallen ausgefahren.
    Das Baumklettern hat Frau Katz also gut gefallen, dort oben hat man auch die beste Aussicht.
    Die Kratzer werden wieder verheilen. Ich hatte auch schon mal vor einigen Jahrn einen dicken Kratzer auf der Wange!!! Die Katze konnte auch nichts dafür, weil sie sich so erschreckt hatte.
    Da ist aber keine Narbe geblieben, obwohl es ganz schön schlimm aussah.
    Ich hoffe auch, dass Frau Katz ihren Sturz vom Baum gut verkraften kann. Ich drücke sie aus weiter Ferne ganz doll!!!

    Liebe Grüße von
    Elke

    1. Hallo liebe Elke!

      Meine Katzendame ist eine ganz tolle Kletterin. Schon immer war sie ganz flugs oben auf den Kästen, den Bäumen und den Kratzbäumen. Das kann sie einfach perfekt.

      Aber ich hab gestern einfach nicht gut genug aufgepasst. War meine Schuld. Ich hab nicht damit gerechnet WIE SCHNELL sie das schafft.

      Nun ja. Frau Katz hatte jedes Recht die Krallen auszufahren und ich bin ihr sicherlich nicht böse deswegen. Auch hat’s nicht sonderlich weh getan, es hat schlimmer ausgesehen als es war. Und auch wenn eine Narbe zurückbleiben würde macht mir das nix aus. Ich habe eh nicht vor an einer Miss World-Wahl teilzunehmen! LOL! 🙂 😀

      Ich war eher um meine Maus bestürzt, ob sie das Erlebnis auch gut verkraftet hat. Heute Früh hab ich wieder Gutenmorgennasenstubserbussis bekommen. Und ein lautes Schnurrkonzert. Also ist alles von kätzischer Seite glatt gelaufen, denke ich….

      Purrpurrs von meinem Klettermaxe – und danke fürs Fern-Katzenknuddeln! 🙂
      Alles Liebe von Kipet

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